Im Vorfeld des 18. März, dem Tag der politischen Gefangenen, wollen verschiedene Menschen im Kiezhaus zusammenkommen um am 16. März 2018 um 17:30 Uhr mit euch ein erstes Antiknast-Café durchzuführen. Außerdem besteht das Angebot mit euch das nächste Café zu planen. Ihr wollt wissen was damit gemeint ist? Im Folgenden das Einladungsschreiben der Gruppe:

Soziale Gefangen? Politische Gefangene? Gefangene!

Jede*r von uns kennt die Situation am Ende des Monats: egal wie viel Geld vom Amt bezogen oder durch Lohnarbeit erworben wurde, die letzten Tage sind immer alle pleite. Dann warten wir auf das neue Gehalt oder die Jobcenter Überweisung – und sparen noch einmal so richtig, gehen nicht ins Kino oder in die Kneipe, essen die Reste der Vortage, schauen im Kühlschrank, was noch verwertet werden kann, kaufen uns keine Dinge, die jetzt gerade nicht „nötig“ sind.

Manche haben aber auch den Mut, trotzdem in den Supermarkt zu gehen und sich einfach zu nehmen, was ihnen zusteht – ohne zu bezahlen. Von anderen dann oft geächtet, gibt es Menschen, welche die von oben auferlegten Gesetze brechen. Weil sie es wollen oder weil sie es müssen.


Die Schuldfrage wird dann von Politik, Medien und Umfeld oft sehr einschlägig beantwortet: natürlich die derjenige, die der die Tat begangenen hat! Aber geht diese Logik so auf? Für was sind wir selbst verantwortlich und für was nicht? Wie viel Schuld trägt diese Gesellschaft, die nach der Logik des Kapitals und der Herrschaft funktioniert, an sogenannten Straftaten? Was verleitet Menschen dazu, Taten zu begehen, welche gängigen Moralvorstellungen widersprechen? Sind alle Straftaten es wirklich wert, geächtet zu werden? Oder gibt es nicht auch Taten, die eigentlich völlig berechtigt sind, aber kriminalisiert werden? Ab wann ist eine Handlung es wert, bestraft zu werden? Sollen und wollen wir uns überhaupt gegenseitig bestrafen? Und wie wird in der BRD eigentlich sanktioniert? Ist das derzeitige Verhältnis zwischen Tat und Strafe akzeptabel?

Im Kiezhaus haben sich einige Menschen gefunden, die, verbunden mit einer Kapital- und Herrschaftskritik, den Knast als totale repressive Zwangsinstitution des Staates ablehnen und einen offenen Raum schaffen wollen, in dem die vielen Fragen, die mensch sich im Bezug auf Knast stellen kann, immer wieder diskutiert werden können.

Diesen offenen Raum wollen wir zusammen mit Interessierten und Nachbar*innen gestalten – deswegen laden wir zu einer ersten Veranstaltung am 16. März 2019 um 17:30 Uhr ins Kiezhaus ein. An diesem Tag wollen wir, zusammen mit euch, offene Fragen diskutieren, uns gegenseitig informieren, uns vernetzen und Ideen für den Kampf gegen Knäste austauschen.

Und damit ist es nicht bei einer Veranstaltung bleibt, wollen wir auch gleich praktisch werden. Wir wollen ein offenes „Anti-Knast-Café“ auf die Beine stellen! Alle zwei Wochen soll dieses Café die Möglichkeit bieten, all die vielen Fragen im Bezug auf Knast immer wieder neu zu diskutieren und einen Austausch zwischen Ex-Gefangene und Nicht-Gefangene ermöglichen, in dem wir uns praktische Tipps gegen Knäste geben und Gefangenen solidarische Briefe schreiben.

Dabei wollen wir ein solches Café mit allen Menschen, die Interesse am Thema haben, planen, inhaltlich füllen und umsetzen. Aus einer „Auftaktveranstaltung“ wollen wir also einen Prozess gestalten – und umso mehr Menschen darauf Lust haben, desto stärker können wir zusammen ein Zeichen gegen Knäste setzen. Wir freuen uns also, wenn ihr am 16. März 2018 um 17:30 im Kiezhaus (Afrikanische Straße 74) seit und vielleicht sogar danach noch Lust, Zeit und Interesse habt, mit uns ein solches Café zu planen.

Am 18. März ist der „Tag der politischen Gefangenen“. Deswegen wollen wir unsere Auftaktveranstaltung am 16. März nutzen, um über die Frage zu diskutieren, warum Menschen Gefangene unterscheiden in „politisch“ und „sozial“ und wie sich eine praktische Solidarität für alle Gefangenen gestalten kann.

17:30Uhr – Quatschen Naschen und Briefe an Gefangene schreiben
19:00Uhr – Gemeinsame Diskussion

Einladung zum Antiknast-Café

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