Das Kiezhaus entwickelt sich weiter: Rat verabschiedet eine gemeinsame Kiezhausordnung

In der Kiezhaus-Vollversammlung im August 2019 wurde eine eigene Kiezhausordnung verabschiedet. Diese ist ein verbindliches Statut für die Arbeit und Entscheidungsfindung der Gruppen in der Ratsstruktur und wurde über mehrere Wochen kollektiv erarbeitet und diskutiert. Den Bereich Über uns auf der Website haben wir dementsprechend angepasst. Ihr findet dort Auszüge aus der Kiezhausordnung und allgemeine Updates zur Funktionsweise und politischen Verwaltung der solidarischen Nachbarschaftsräume Kiezhaus Agnes Reinhold. Ein Organigramm werden wir demnächst, zur besseren Übersicht zur Verfügung stellen.

Ausgestattet mit dieser kollektiv ausformulierten Orientierung für den Arbeitsalltag rund um das Kiezhaus, entwickelt der Kiezhaus-Rat nun ein eigenes Selbstverständnis. Dadurch soll die tägliche Arbeit der verschiedenen Gruppen und Initiativen im Kiezhaus noch zielgerichteter auf die Räume und die Anforderungen der Organisierung weiterentwickelt werden. Außerdem soll für jede*n klar sein wie Entscheidungen getroffen werden.

Zusätzlich wurde eine Raumordnung für die reibungslose Nutzung der Kiezhausräume vom Rat verbindlich festgelegt. Ihr findet den Aushang direkt neben der Eingangstür. Auch diese Regelungen werden regelmäßig reflektiert, überarbeitet und weiterentwickelt. Anregungen können bei kommenden Vollversammlungen an den Rat getragen werden.

Vielen Dank an alle Fördermitglieder und Unterstützer*innen die diesen Prozess im Kiezhaus ermöglichen!

Workshop mit Rebel Díaz zu Hip-Hop und Neoliberalismus im Oktober

Rebel Díaz ist das künstlerische Projekt von Rodrigo Venegas (RodStarz) und Gonzálo Venegas (G1). Die beiden Brüder, die als Söhne politischer Flüchtlinge aus Chile in Chicago aufwuchsen, machen seit vielen Jahren Rap/Hip-Hop, wobei ihr Bezug zum lateinamerikanischen Musikstilen wie etwa der nueva canción unüberhörbar ist. Auf Englisch und spanisch erzählen die beiden von sozialen Problemen, Armut und rassistischer Diskriminierung, feiern aber auch den Widerstand von Migrant*innen und Arbeiter*innen. Neben der Musik sind Rebel Díaz auch in der Kiezarbeit im Süden der Bronx (New York) aktiv, was immer wieder Repression von Seiten der US-Behörden zur Folge hat. 

Der eineinhalbstündige Multimedia Workshop zeichnet die parallelen Entwicklungen der aufkommenden Hip-Hop Kultur, des Neoliberalismus und der Pinochet Diktatur in Chile nach. Durch persönliche Geschichten und auf der Grundlage historischer Daten wird die Geschichte des Hip-Hop zu den ökonomischen Entwicklungen in ein Verhältnis gesetzt, das erklärt inwiefern der entstehende Neoliberalismus die Teile der Gesellschaft beeinflusst hat, aus denen Hip-Hop hervorgegangen ist.

Kommt zum Workshop am 17.10.19 ab 19 Uhr ins Kiezhaus Agnes Reinhold, Afrikanische Straße 74. Der wöchentliche Lesekreis wird parallel dazu trotzdem stattfinden, in der unteren Etage!

Besuch einer Jugenddelegation

Vor einer Woche war eine Jugenddelegation verschiedener sozialer Projekte und Initiativen (darunter ein Capoeira Projekt) aus Israel/Palästina im Kiezhaus Agnes Reinhold. Bei ihrem Aufenthalt in Berlin machten die Gruppe kurzerhand Stopp im Wedding und informierte sich recht spontan über unsere Aktivitäten, Angebote und Initiativen. Es war brütend heiß aber sehr freundschaftlich und solidarisch! Hände weg vom Wedding berichtete für den Kiezhaus-Rat über die Geschichte, Grundsätze und Zukunftspläne. Vielen Dank für die Übersetzungsarbeiten und den ermöglichten Austausch!

Wir freuen uns in Zukunft gemeinsam öfter voneinander zuhören und im nächsten Jahr ein weiteres Treffen zu organisieren. Und vielen Dank an dieser Stelle, an die solidarischen Fördermitglieder die uns solche Momente in unseren eigenen Kiezräumen ermöglichen! Damit das weiter so bleibt freuen wir uns über weitere langfristige Unterstützung: https://www.kiezhaus.org/support-us/

Diskussionsveranstaltung: „LGBTI* zwischen bürgerlicher Integration und revolutionärem Kampf“

Am 13.09.2019 um 19 Uhr organisiert das re:volt Magazine, welches auch den regelmäßigen offenen Lesekreis jeden Donnerstag organisiert, eine Diskussionsveranstaltung zusammen mit der antifaschistischen Gruppe North East Antifascists im Rahmen des „Philippine Solidarity Month“ auf den Philippinen. Im Folgenden der Einladungs- und Infotext:

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Arbeiter*innen-Lieder-Karaoke

HINWEIS! – Die Veranstaltung muss leider auf den 07.09.19 verlegt werden!

Am Samstagabend den 24.08.19 präsentiert der Sportklub Roter Stern Berlin 2012 e.V. ab 17 Uhr einen besonderen Abend im Kiezhaus. Es wird eingeladen zum gemeinsamen Stimmbänder trainieren und gemütlichen Zusammensein, bei einer Arbeiter*innen-Lieder-Karaoke. Also frei nach dem Zitat: „Wer nicht singt und rappt, hat die Revolution schon verloren!“ – MC Marx…

Alle interessierten Nachbar*innen sind eingeladen:

Wir wollen gemeinsam im Kiezhaus Agnes Reinhold Arbeiter*innen-Lieder singen und was eure Herzen sonst noch erfreut. Am 24. August ab 17Uhr starten wir mit dem Karaokeabend: Wir singen zusammen, in Gruppen oder alleine!

Bringt eure Lieblingslieder aller Genre gerne als Youtube-Link mit. Für Textunsichere gibt es den Beamer zum Mitlesen. Starten werden wir gemeinsam mit den Arbeiter*innen-Liedern.

Wir freuen uns auf euch,
Eure singenden Genossinnen vom Roten Stern Berlin 2012 e.V.

Veranstaltung: Antifaschistischer Widerstand in einem Arbeiterbezirk – Wedding zwischen 1933 und 1945

Am 14. August 2019 veranstaltet „Hände weg vom Wedding“ pünktlich ab 19:15 Uhr einen Infoabend mit Hans-Rainer Sandvoß zu Antifaschistischer Widerstand im Wedding zwischen 1933 und 1945:

Der “rote Wedding” war vor der Machtübertragung 1933 an die Faschisten der NSDAP eine Hochburg der kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und der sozialdemokratischen Partei (SPD). In den örtlichen Betrieben, Straßen und Hausgemeinschaften lagen die parteilichen und gewerkschaftlichen Anteile der organisierten Arbeiter*innen teilweise weit über dem Berliner Durchschnitt und bildeten eine starke antifaschistische Massenbasis. Faschistische Kräfte drängten ab 1933 auch im Wedding mit Verboten und Gewalt antifaschistische Organisationen in den Untergrund, verhafteten und ermordeten Antifaschist*innen, um den Widerstand zu brechen und die Strukturen zu zerschlagen.

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