Kiezhaus

    1. Los geht’s!
    2. So funktioniert der Raum…
    3. Die konkrete Struktur

Los geht’s!

Die Idee ist, einen Raum als Teil der kommunalen Struktur in der Nachbarschaft (Berlin, Wedding) aufzubauen und gemeinsam zu verwalten. Im Kiezhaus sollen verschiedene Lebensrealitäten und soziale Kämpfe zusammenfinden. In diesem Sinn bedeuten für uns radikal demokratische Nachbarschafts- und Stadtteilversammlungen und Räte, zukünftige Perspektiven für ein selbstbestimmteres Leben im Kiez. Jenseits der Logik von Nationalstaaten und kapitalistischer Ausbeutung wollen wir dieses erkämpfen und praktisch gestalten.

Verschiedene Initiativen haben sich bisher entschlossen, ein Teil vom Kiezhaus Agnes Reinhold zu sein. Hier könnt ihr lesen, warum sie sich organisieren wollen:

So funktioniert der Raum… 

Das Kiezhaus ist ein unkommerzieller Ort um die Idee einer solidarischen Gesellschaft direkt erfahrbar zu machen. Es handelt sich um einen konkreten Raum in der Nachbarschaft, der verschiedene Angebote zur Selbstermächtigung gegenüber (sozialer) Ausgrenzung, Diskriminierung, Ausbeutung und gesellschaftlicher Isolation bereitstellt. Vor allem die direkten Nachbar*innen sind eingeladen, ein Teil davon zu sein. Solidarität, selbstbestimmtes Lernen sowie gegenseitige Unterstützung im kapitalistischen Alltag sind unsere grundlegenden Prinzipien. Menschen die sich im Kiezhaus treffen und kennenlernen, haben die Möglichkeit, sich auf Grundlage ihrer Bedürfnisse in politischen Gruppen und Initiativen autonom zu engagieren und zu organisieren. Über Beratungen, Workshops, Kurse, Kulturangebote oder auch Informationsveranstaltungen gibt es die Möglichkeit erste Kontakte zu knüpfen.

Das gemeinsame Handeln der beteiligten Initiativen und Einzelpersonen im Kiezhaus, wird letztlich durch einen Kiezhaus-Rat entschieden und repräsentiert. Durch dieses Gremium wird der Raum zu dem politisch verwaltet und verleiht uns als aktive Nachbar*innen eine gemeinsame Stimme.

Die konkrete Struktur

Wer sich für einen solidarischen und klassenbewussten Kiez engagiert, braucht dafür politische Räume. Das Kiezhaus sieht sich in dieser Verantwortung. Wir treffen in einem Kiezhaus-Rat unsere Entscheidungen und setzen diese innerhalb der Räume um. Alle Gruppen und Initiativen können Teil des Rates werden, sofern diese das, gemäß unseres Selbstverständnisses wollen und sich gleichzeitig direkt im Alltag des Kiezhauses durch regelmäßig zugängliche Angebote beteiligen.

In der Vollversammlung im August 2019 wurde eine zuvor gemeinsam erarbeitete Kiezhausordnung verabschiedet. Diese bildet die verbindliche Grundlage für unsere Arbeit im Kiezhaus. Hier nun ein paar Auszüge:

Rat

Ausschließlich im Rat werden Entscheidungen getroffen, die z.B. folgende Punkte im Kiezhaus maßgeblich berühren: Raumbelegung/ Raumanfragen, politisches Selbstverständnis, regionale und überregionale Vernetzung und vieles mehr.
Der Rat ist unterstützend und beratend bei politischen und organisatorischen Aufgaben aktiver Personen und Initiativen im Kiezhaus.

Der Kiezhaus-Rat setzt sich aus jeweils einer delegierten Person von festen politischen Strukturen zusammen, welche im Kiezhaus aktiv sind. Diese stellen sich derzeit aus Kommissionen (Kiezhaus-interne Arbeitsgruppen) sowie politischen Gruppen dar, welche das Kiezhaus kontinuierlich und verantwortungsvoll aufbauen.

Der Rat tagt regelmäßig und zuverlässig und stellt somit das verlässliche Organ zur Besprechung politischer Taktik, Strategie und kollektiven Entscheidungsfindungen dar.

Entscheidungsfindung

Ein verhandlungsbasierter Konsens in den Ratssitzungen ist anzustreben.
Die Diversität von Meinungen wird anerkannt und respektiert. Grundlegend sind hier das Selbstverständnis und die Geschäftsordnung. Um handlungsfähig bleiben zu können, erfolgt ein transparenter, dokumentierter Mehrheitsentscheid aller Rats-Mitglieder, sofern ein Konsens nicht zu erzielen ist. Hier gilt es, eine klare Ja-und-Nein-Entscheidung abzugeben. Eine Enthaltung ist nicht möglich. Alle im Rat getroffenen Diskussionen sowie Entscheidungen werden verlässlich protokolliert und gegenüber den im Rat repräsentierten Gruppen durch die Delegierten regelmäßig dargelegt. Somit werden politische Diskussionen angeregt, verstetigt und alle treibenden politischen Kräfte im Kiezhaus aktiv einbezogen. 

Die Delegierten nehmen verantwortungsvolle Aufgaben gegenüber ihrer politischen Basis sowie dem Kiezhaus-Rat wahr. Um Diversität in politischer Arbeit ermöglichen zu können, sollten die delegierten Positionen/ die Stellvertretung nicht ausschließlich von männlichen Personen eingenommen werden.
Die Delegierten berichten regelmäßig, zuverlässig und möglichst vollständig anhand des Protokolls von Themen, Diskussionen und Entscheidungen innerhalb des Rates gegenüber ihrer Basisstruktur, also Gruppe/ Kommission. Die Delegierten vertreten die Meinungen ihrer Gruppen/ Kommissionen qua imperativem Mandat, auch wenn diese Meinung nicht die eigene sein sollte. Die delegierte Person ist dabei an die Weisungen/ Entscheidungen der Basis gebunden und soll diese bestmöglich im Rat vertreten. 

Delegierte werden in den Gruppen/Kommissionen regelmäßig durch die Basis der jeweiligen Gruppen und Kommissionen gewählt. Der Rat übergibt anschließend aktuelle Diskussionsstände, Ideen und Anforderungen an die neu gewählten Personen.

Beteiligen

Viermal jährlich lädt das Kiezhaus alle interessierten Nachbar*innen sowie politische Initiativen und Gruppen zur offenen Vollversammlung ein. Diese werden parallel zu dem bestehenden Programm im Kiezhaus einberufen. Hier können Ideen, Wünsche und konkrete Themen besprochen und gegenüber dem Rat vorgeschlagen werden. Nachbar*innen sowie die bereits bestehenden politischen Strukturen lernen sich kennen, vernetzen sich und werden kollektiv aktiv. Die Kiezhaus-Vollversammlungen werden im voraus öffentlich bekannt gemacht.