Veranstaltung: Knast und Prekarisierung

Die Aktivist*innen um das Anti-Knast Café organisieren am Samstag den 6. Juli 2019 eine Veranstaltung zum Thema Ausbeutung hinter Gittern und die Armut nach Haftentlassung. Dies ist eine Abendveranstaltung von 17-22 Uhr im Rahmen des Anti-Knast-Café-Sommerprogramms:

Gefangene verdienen im Knast 1-2 Euro die Stunde und sind nicht im
Sozialversicherungssystem miteinbezogen. Wenn Gefangene also lange
hinter Gittern verwahrt wurden und z.B. niemals in die
Rentenversicherung eingezahlt haben, ist Altersarmut vorprogrammiert.
Unter anderem ist deswegen der Weg von der Haftentlassung zum Jobcenter
für die meisten unabdinglich. Aber es gibt noch viele weitere Gründe,
weshalb Ex-Gefangene nach ihrer Knastzeit gleich wieder bei einer
staatlichen Zwangsinstitution an der Tür klopfen müssen. Diese Gründe
wollen wir vorstellen und diskutieren.

Vorher wie immer gemeinsames Briefeschreiben an Gefangene.

Veranstaltung zum Kampagnenauftakt: Solidarität und Würde – Freiheit für Simón Trinidad

Eine Solidaritätsgruppe veranstaltet am Freitag, 5. Juli 2019 um 19 Uhr einen internationalen Abend mit Übersetzung im Kiezhaus zum Thema Demokratisierungs- und Friedensprozess in Kolumbien. Die Veranstaltung wird gleichzeitig ein Konzept für ein Solidaritätskomitees in den genannten Fragen, vorstellen. Außerdem wird über den politischen Gefangenen und Aktivist Simón Trinidad berichtet werden, hier der Veranstaltungstext:

Seit 2004, d.h. seit 15 Jahren befindet sich Ricardo Palmera, besser bekannt unter seinem Kampfnamen Simón Trinidad, in einem Hochsicherheitsgefängnis im US-Bundesstaat Colorado. Er war Mitglied der marxistischen Guerilla Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia – Ejército del Pueblo (FARC-EP), die über mehr als ein halbes Jahrhundert für ein anderes Kolumbien kämpfte, in Frieden, sozialer Gerechtigkeit und Souveränität, und die sich im Zuge der Zeichnung der Friedensverträge von Havanna 2016 in eine legale politische Partei umwandelte. In diesem Sinne ist Simón Trinidads einziges Vergehen, dass er für seine Überzeugungen kämpfte und sich in Rebellion gegen einen unterdrückerischen Staat, wie dem kolumbianischen, erhob. Ein Staat, der seine gesamte Geschichte hindurch der Bevölkerung nichts brachte außer Ungerechtigkeit und Terror. 
In der Veranstaltung soll über den Fall von Simón Trinidad informiert werden, um dann das Projekt eines Solidaritäts-Komitees vorzustellen. Es wird eine Übersetzung organisiert.

Sie lassen ihn weder die Sonne, noch die Sterne sehen, sie halten ihn unter der Erde, sein Vergehen war die Würde”Aus dem Lied “Tigre playonero” des Musikers Cristian Pérez, Simón Trinidad gewidmet.

Veranstaltungstext in spanischer Sprache.

Programmvorschau für das offene Café am Sonntag

Aufgepasst! Im Rahmen des offenen Cafés im Kiezhaus Agnes Reinhold (jeden Sonntag von 11:30 bis 14:30) wird es diesen Monat um das Thema Straßenumbenennung im Wedding gehen. Diesen Sonntag, den 23.6.19 um 19 Uhr wird aus diesem Anlass eine Dokumentation über Lüderitz im Kiezhaus gezeigt. Für Getränke und Snacks ist gesorgt und ihr seid alle herzlich eingeladen.

Zum Abschluss des Themas Straßenumbenennung gibt es dann am Sonntag den 7.7.19 um 15 Uhr, im Anschluss an das offene Café, noch einen Stadtspaziergang durch das Afrikanische Viertel. Organisiert von der Nachbarschaftsgruppe im Kiezhaus.

Mehr Hintergründe zur Straßenumbenennung in der Weddinger Kiezzeitung „Plumpe“.

Veranstaltung: Appsolute Ausbeutung

Die Initiative Hände weg vom Wedding veranstaltet am Mittwoch den 19.06.18 ab 19 Uhr eine Podiumsdiskussion und Erfahrungsaustausch zu aktuellen (basis-)gewerkschaftlichen Arbeitskämpfen der Taxi Fahrer*innen (AG Taxi) und Kurierfahrer*innen (Deliverunion):

Die Apps von Uber (Eat) und Lieferando/ Deliveroo sind weithin bekannt und werden gerade in Städten wie Berlin viel genutzt. App-basierte Dienstleistungen wie Uber (Eat) sowie Lieferando/ Deliveroo sind dabei mitverantwortlich für einen rasanten Abbau von Arbeitsstandards und unterbieten systematisch im Dienstleistungssektor viele Mitbewerber. Dies geschieht beispielsweise durch Niedriglöhne und Nichteinhaltung von Arbeitsrechten. Gegen sich stetig verschlechternde Arbeitsbedingungen und erschwerter gewerkschaftlicher Organisierung regt sich breiter Widerstand. Prominent sind die Kämpfe gegen die geplante Liberalisierung des Taxigewerbes zugunsten des Anbieters Uber, die im April kurzzeitig die Zufahrtswege zum Flughafen Tegel blockierten. Auch die Kämpfe von Fahrer*innen der Online-Lieferdienste Lieferando/ Deliveroo gegen unwürdige Arbeitsverhältnisse sind hoch aktuell. Wie organisieren sich Arbeiterinnen im Kampf gegen APP-basierte Unternehmen? Was können wir daraus lernen und wie können wir Solidarität zeigen? Wir kommen in den Austausch mit kämpferischen Kolleginnen der AG Taxi (ver.di) sowie der Kampagne Deliverunion (Basisgewerkschaft FAU).

Einladung zu offenen Treffen des Aktionsbündnis ENDSTATION

Kameras, Datenschnüffelei, Staatstrojaner, „Polizeiaufgabengesetzt“ etc. – Ihr wollt etwas unternehmen und dem Grundrechteabbau verbunden mit einer zunehmenden staatlichen Überwachung etwas entgegensetzen? Dann macht mit! Insbesondere der Ausbau der Videoüberwachung wie z.B. am Bahnhof Südkreuz oder mobile Überwachngswagen sind ein Thema mit dem sich das Aktionsbündnis ENDSTATION auseinandersetzt. Dieses trifft sich nun regelmäßig in den Räumen des Kiezhaus und lädt euch ein:

ENDSTATION ist ein Aktionsbündnis gegen den Ausbau der Videoüberwachung
im öffentlichen Raum. Wir sind offen und freuen uns über Unterstützung.
Wir sammeln die breite Kritik am Ausbau der Überwachungstechnologien.
Wir organisieren Veranstaltungen und Aktionen, recherchieren und
schreiben Texte.

Die nächsten Treffen im Sommer ab 19 Uhr:

25.6. / 09.07. / 23.07. / 13.08. / 27.08. (jeder 2. und 4. Dienstag im Monat)