Komm in die Rehberge! – Kiezhaus Aktionswoche am Parkcafé

In Kooperation mit dem Projekt „Niemand ist eine Insel“ der Initiative Parkcafé Rehberge veranstaltet das Kiezhaus Agnes Reinhold eine Aktionswoche auf den Café-Terrassen an der Ringerwiese. Von Dienstag dem 29.08. bis Sonntag 03.09.2023 findet daher teilweise das reguläre Wochenprogramm sowie verschiedene zusätzliche Aktionen, fußläufig, direkt im gegenüberliegenden Volkspark Rehberge statt. Hauptsächlich getragen durch die im Kiezhaus aktiven Initiativen.

Die notwendige Instandsetzung, eine kulturelle Belebung, vor allem aber die soziale Nutzbarmachung der brachliegenden Räume des Parkcafés in den Rehbergen sind längst überfällig. Daher freuen wir uns die lokale Initiative bei der Erschließung des Ortes unterstützen zu können. Ein offener sozialer Raum hier in unserem Viertel, direkt im Park.

Wir wollen gestalten, mitbestimmen und verändern. Denn uns Nachbar:innen rund um das Kiezhaus macht die aktuelle Mietenpolitik, die hohen Preise, niedrige Löhne und Renten schwer zu schaffen. Daher schließen wir uns zusammen – langfristig können wir nur gemeinsam und organisiert dieser Dauerkrise etwas entgegensetzen.

Das Kiezhaus bietet dafür bereits seit fünf Jahren verschiedensten Initiativen einen Ort der Solidarität und Organisierung im Alltag. Und das selbstfinanziert durch monatliche Beiträge einer Vielzahl solidarischer Fördermitglieder. Die Aktionswoche in den Rehbergen schafft einen weitere gute Gelegenheit das Projekt und die aktiven Nachbar:innen besser kennenzulernen. Ob gemeinsames Abendessen bei der Kiezküche, Stadtführung, Graffiti-Workshop usw. – hier sind alle eingeladen die Aktionswoche mit den durchweg kostenlosen Aktionen und Angeboten zu besuchen und mit Leben zu füllen.

Unser Wochenprogramm:

Dienstag, 29.08.

Kiezküche am Parkcafé (ab 18-21 Uhr)
Warmes Essen gegen Spende. Serviert wird „Macaroni and Cheese“ (Nudelgericht mit Käse überbacken)

Mittwoch, 30.08.

Open-Air-Kino mit internationalen Kurzfilmen (19-21 Uhr)

Präsentiert und moderiert vom Interbüro

Film: „Deadly Bloom“ (ca. 30 Min. / Englisch / DE oder EN UT )
Dokumentation über die Arbeiter:innen der Schnittblumen-Industrie in Kenia. Kurvorstellung durch das Projekt red.stream.

Film und Kurzvorstellung zu regelmäßig stattfindenden Brigaden rund um ein soziokulturelles Zentrum („Ventana al Valle“) auf Kuba und der Bewirtschaftung des Grundstücks durch einen Permakultur-Garten.

Film: „Frutos de Resistencia“ (ca. 20 Min. / Spanisch mit DE UT)
Die Dokumentarserie Frutos de Resistencia portraitiert fünf ergreifende Geschichten der Hoffnung und des Widerstands aus dem Plastikmeer in Almeria, dem Schwerpunkt der industriellen Landwirtschaft in Europa. 

Donnerstag, 31.08.

Offener Kiezhaus Infopunkt mit Snacks und Getränken (ab 15 Uhr)

Jahrmarkt des Mietenwahnsinns (ab 17-20 Uhr)

Das örtliche Mieter:innennetzwerk „Mietenwahnsinn Nord“ präsentiert u.a. ein Glücksrad der Traumhäuser, Immobilienhaie abwerfen und ein „Wedding-Quiz“ ab 19 Uhr. Außerdem findet zusätzlich eine Nebenkostenberatung statt: Bringt eure Abrechnungen mit und wir schauen, ob ihr Geld zurück bekommt. Ein kostenloses Angebot, von Mieter:innen für Mieter:innen.

Freitag, 01.09.

Kostenloser Antikolonialer Stadtspaziergang der Berliner Spurensuche
01.09.2023 | 17 Uhr |  Kiezhaus Agnes Reinhold (Afrikanische Straße 74)

Das offene antifaschsitische und antirassistische Netzwerk Wedding lädt ein zum antikolonialen und antimilitarisitschen Rundgang im Afrikanischen Viertel ein. Gemeinsam mit dem Historiker Stefan Zollhauser begeben wir uns auf Spurensuche nach kolonialen Orten im Kiez. Los gehts ab 17 Uhr – Treffpunkt vor dem Kiezhaus, Ende am Parkcafé.

Lesung und Podiumsgespräch „Nie wieder Krieg“ mit der Stadtteilorganisierung „Hände weg vom Wedding!

Mit Auszügen aus dem Jugendroman „Die Roten Matrosen“ des Schriftstellers Klaus Kordon wird an die antimilitaristische Tradition der Arbeiter:innenbewegung im Wedding erinnert. Anschließend wird im Gespräch mit Dr. Nick Brauns (Historiker und stellvertretenden Chefredakteur der Tageszeitung junge Welt) auf die historische und aktuelle Rolle des deutschen Imperialismus geblickt, sowie über die daraus entstehenden Aufgaben einer breiten Friedensbewegung heute diskutiert.

Samstag, 02.09.

Graffiti-Workshop „Mieten runter, Wände bunter!“ (14-18 Uhr)

Einführung in die Grundlagen (14-15 Uhr)
Anmeldung per Mail aber auch spontane Teilnahme möglich.
Live-DJ (ab 15-18 Uhr)

Wir bieten drei Stellwände mit Vorder- und Rückseite und gestalten mit euch die Abdeckplatten in den Fenstern des Parkcafés. Außerdem gibt es Getrnke gegen Spende und es wird gegrillt (Fleisch und vegetarisch).

Open-Air-Kino mit Diskussion (19-22 Uhr)

Film: „Anatomía de las fronteras“ (ab 19:30 Uhr / ca. 60 Min. / Spanisch keine UT)
anschl. kleine Diskussion

Eine aktuelle Dokumentation über die rassistische und koloniale Grenzen in Spanien.

Diese Dokumentation von El Salto reist durch verschiedene Enklaven des spanischen Territoriums, um die verschiedenen Dimensionen zu verstehen, die Grenzen ausmachen: Rassismus und Kolonialismus, räumliche Ausgrenzung, bürokratische Apartheid, eine Reihe von Faktoren der Entmenschlichung und Entfernungen, die für diejenigen, die versuchen, diese Grenzen zu überschreiten, unüberwindbare Barrieren darstellen.

Documental sobre las fronteras racistas y coloniales en el estado español.

Este documental realizado por El Salto recorre diversos enclaves del territorio español para entender las distintas dimensiones que conforman las fronteras: racismo y colonialismo, exclusión espacial, apartheid burocrático, un conjunto de factores de deshumanización y distancias que abren brechas insalvables para quienes intentan atravesarlas.

Hinweise: Eine Flüsterübersetzung vor Ort kann organisiert werden, bitte meldet euch!

Organisiert von der Sozialberatung Oficina Precaria Berlín

Sonntag, 03.09.

Ausklang der Woche bei Kaffee und Kuchen (15-18 Uhr)

Dazu ein kleiner Input und Ausblick rund um die Entwicklung des Kiezhauses.

Ihr wollt mithelfen und euch bei der Aktionswoche einbringen?
Dann kommt am Dienstag 22.08. zur Kiezküche ins Kiezkaus, dort findet um 19 Uhr ein kurzes offenes Unterstützer:innentreffen statt. Alternativ könnt ihr euch auch bei der offenen Bürozeit melden, jeden Donnerstag von 11-14 Uhr.

Wir freuen uns auf eine starke und gemeinschaftliche Aktionswoche in unseren Rehbergen!

Gemeinsames Abendessen zum 1. Mai im Kiezhaus

Seit über hundert Jahren steht der 1. Mai in der Tradition des Kampfes der internationalen Arbeiter:innenklasse. Ausgangspunkt war ein am 1. Mai 1886 ausgerufener Generalstreik in den USA, welcher wenige Woche später im Haymarket-Massaker in Chicago niedergeschlagen wurde.

Errungenschaften der Arbeiter:innen aus den Folgejahrzehnten werden bis heute verteidigt: der 8-Stunden-Tag, die 5-Tage-Woche oder die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Doch viele Verbesserungen, Organisationen und Institutionen der Arbeiter:innenbewegung fielen der Reaktion im späten 20. Jahrhundert zum Opfer. Der anhaltende Abbau von Grundrechten und Sozialleistungen im kapitalistischen Deutschland, ist eine aktuelle Fortsetzung dieser Angriffe. Diese Geschichte bleibt eine anhaltende Geschichte von Klassenkämpfen. Wir können und sollten mehr von diesem Leben erwarten. Durch Solidarität und Organisierung, ist es auch in scheinbar ausweglosen Zeiten möglich, unserem Ziel näher zu kommen: Ein Leben ohne Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung.

Am Wedding möchten wir diesen Tag bei einem gemeinsamen Essen im Kiezhaus ausklingen lassen. Ab 17 Uhr öffnen wir daher unsere Türen für Musik und kleine Speisen – unterstützt von aktiven Nachbar:innen unserer regelmäßigen Kiezküche.

Weitere Termine am 1. Mai in Berlin:

Fußballfans im Visier des Staates – Infoabend über Fanrechte zum internationalen Tag gegen Polizeigewalt

Jedes Wochenende begehen hundertausende fußballbegeisterte Menschen die Spielstätten der Republik. Ob Bundes- oder Bezirksliga, ob alt ob jung – im Fokus steht ein bisschen Erholung vom Alltag, die Lust am Beisammensein und natürlich, der Sport.

Zugleich sind aktive Fanszenen, Fankultur in den Kurven und die berüchtigten Ultra-Gruppen ein großer Magnet vor allem für Jungendliche und junge Erwachsene geworden. Jedes Wochenende heißt es entweder im eigenen Stadion oder im Gästeblock: Alles für den Klub, alles für den Fußball! In dieser Leidenschaft geht es mitunter heiß her. Nicht selten durch stimmungsvolle Pyrotechnik, minutiös geplanter Choreographien oder kritischen Spruchbändern. Fankultur ist längst ein Faktor für jeden Vereinsvorstand.

Doch auch das Geschäft und der Massensport Fußball ist selbstverständlich von gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen beeinflusst und längst kein „rechtsfreier Raum“. Ganz im Gegenteil: Das Niveau an organisierten aktiven Fans weckt den Ruf nach immer mehr Kontrolle und Regulierung auf den Plan der Behörden.

»Wasserwerfer, Ganzkörperkontrollen und sogar Drohnenüberwachung gehören mittlerweile zum Standardrepertoire der Polizei« (Dachverband der Fanhilfen e.V.)

Selbst dieser kleine Einblick in das Arsenal bietet an Spieltagen ein beachtliches Konfliktpotenzial und führt nicht zuletzt zu realen Repressalien gegenüber aktiven Fans und allen anderen Stadionbesucher:innen. Auswirkungen dieser Hochrüstung werden von Fanhilfen schon lange kritisiert. Um effektiver gegen das Feinbild »Fußballfan« vorzugehen haben sich 22 Fanhilfen zu einem bundesweiten Dachverband zusammengeschlossen.

Am Vorabend des 15. März, dem internationalen Tag gegen Polizeigewalt, haben wir nach unserer wöchentlichen Kiezküche die Strafverteidigerin Gloria Holborn (Vorstand der Fanhilfe Hertha BSC) und den Fan- und Fachwanwalt für Sport und Strafrecht Rene Lau (Kolumne „Beim Fananwalt“) zu Gast. Ab 19:30 Uhr wollen wir mit beiden Experten die Arbeit der Fanhilfen vorstellen und dabei die aktuelle Entwicklung der Repressalien gegen Fans illustrieren. Gemeinsam könnten wir uns der Frage nähern welche gesellschaftlichen Auswirkungen diese Entwicklungen haben.

Wir freuen uns auf einen entspannten Abend mit vielen Interessierten, Fans und Nachbar:innen rund um unser Kiezhaus.

Infoabend am 14.03.23 ab 19:30 Uhr im Anschluss der Kiezküche

Offener Austausch- und Infoabend zum Thema Altersarmut

Offener Info- und Austauschabend zum Thema Altersarmut mit der Journalistin Renate Straetling.

„Im Dezember 2020 betrug der Anteil der Empfänger von Grundsicherung im Alter bundesweit im Durchschnitt 3,2%. In Deutschland im Jahr 2018 waren 411.000 Fälle und im Dezember 2021 waren es schon 589.000 Personen, die Grundsicherung im Alter bezogen. Vor allem in Berlin ist die Zahl in den letzten Jahren gestiegen – und arme Stadtteile wie der Wedding sind besonders betroffen.“

In der Reihe „Ü60-Kolumne“ im Weddingweiser Blog veröffentlichte die Journalistin und Wissenschaftlerin Renate Straetling 2022 den Artikel „Altersarmut: Jonglieren bis zum Lebensende“. Im Bereich Leopoldplatz waren beispielsweise im Jahr 2021 über ein Viertel der Ü65 Jährigen von Grundsicherung abhängig. Wenn also die finanzielle Rentenbemessung, besonders für lohnabhängige Frauen mit niedrigem Einkommen, schon vor der aktuellen Krise nicht für ein gesundes Leben reichte, dann führt sie heute offensichtlich immer mehr Menschen in die Armut. Ein krisenhaftes, auf Profit und Rendite ausgerichtetes Wirtschaftssystem und die aktuelle Regierungspolitik sind Motoren dieser Entwicklung. Wir vergessen dabei nicht die letzte Erhöhung des Renteneintrittsalters im Jahr 2007 unter scheinheiligen Argumenten der großen Koalition. Das fleißige Privatisieren, der Abbau sozialer Infrastruktur und der anhaltende Mietenwahnsinn, welche stark zur Verdrängung und Verarmung von Renter*innen beitragen.

Die aktuellen Rentenproteste in Frankreich zeigen, dass es möglich ist dieser real existierenden Not Ausdruck zu verleihen. Und zwar durch eine geeinte soziale Bewegung. Denn nach einer Stimme, die unsere Interessen im Parlament vertritt und tatsächliche Veränderung durchsetzen würde, suchen wir momentan vergebens. Um soziale Bewegungen im Wedding auf- und auszubauen möchten wir das Kiezhaus Agnes Reinhold nutzen und in einen bestärkenden und solidarischen Austausch zum Thema Altersarmut treten. Wir laden euch herzlich ein eure Erfahrungen, Erkenntnisse und Fragen mitzubringen!

Organisiert von der Stadtteilorganisierung „Hände weg vom Wedding!“

Freitag, 03.03.23. ab 18 Uhr

Kiezküche sammelt Spenden für Nothilfe

[türkçe] [عربي]

Anlässlich der großen humanitären Notlage in Folge mehrer schwerer Erdbeben in der syrisch-türkischen Grenzregion, in der Nacht auf den 6. Februar, wollen wir im Rahmen unserer nächsten Kiezküche Geldspenden sammeln. Damit die Benachteiligung bei der Vergabe von Hilfeleistungen durch staatliche Strukturen ausgeschlossen werden kann, spenden wir das Geld an den Kurdischen Roten Halbmond in Rojava (Westkurdistan). Die durch die jahrelange Armuts- und Kriegspolitik abgeschnittenen Regionen werden durch eine lokale zivilgesellschaftliche Hilfe versorgt. Diese haben sich über Jahre etabliert und leisten Soforthilfe ohne bürokrartische Umwege.

Wir laden euch zur nächsten Kiezküche ein und bitten um eure Spenden. Der gesammte Erlös geht an die Hilfsstrukturen des Kurdischen Roten Halbmondes (Unterstützt durch Medico International)

Datum: 14.02.23
Beginn: 18-21 Uhr, Afrikanische Str. 74

Viele Nachbar*innen aus unserer Nachbarschaft haben mehrere Familienmitglieder und Freunde verloren. Unsere Gedanken und Solidarität gilt Ihnen in diesen schweren Stunden.

Spendenadresse von Heyva Sor
https://www.heyvasor.com/de/alikari/

Direkt spenden per Paypal


Suriye-Türkiye sınır bölgesinde 6 Şubat gecesi meydana gelen şiddetli depremler sonucunda ortaya çıkan acil durum nedeniyle, bir sonraki mahalle mutfağımızda maddi bağış toplayacağız.

Devlet kurumları tarafından yardımların dağıtılmasında ayrımcılık yapılmasını önlemek adına, parayı Rojava’daki (Batı Kürdistan) Kürt Kızılay’ına bağışlayacağız. Yıllardır süren yoksulluk ve savaş politikaları nedeniyle kopan bölgeler, yerel sivil toplum yardımlarıyla besleniyor. Yıllar içinde kendilerini kanıtlamışlardır ve bürokratik engellere takılmadan anında yardım sağlamaktadırlar.

Sizleri bir sonraki Kiezküche’ye ziyaret etmeye ve bağışta bulunmaya davet ediyoruz. Tüm gelirler Kürt Kızılayı’nın (Medico International tarafından desteklenen) yardım yapılarına aktarılacaktır.

Tarih: 14.02.23
Başlangıç 18:00 – 21:00, Afrikanische Str. 74

Mahallemizdeki birçok komşu, aile üyelerini ve arkadaşlarını kaybetti. Içinden geçtiğimiz şu zor günlerde kalben daima sizinleyiz.


في لحظات اخيرة، ستقوم Kiezküche بتعديل برنامجها ليوم الثلاثاء والدعوة لجمع التبرعات لأغراض الإنسانية في ذلك المساء وفقا لطلب أحد الجيران المعروفين من Kiezhaus. سوف يلقي هذا الشخص أيضًا كلمة باختصار ذلك المساء.

بمناسبة حالة الطوارئ الإنسانية الكبرى نتيجة عدة زلازل شديدة في المنطقة الحدودية السورية التركية ، في ليلة 6 شباط / فبراير ، نريد جمع التبرعات المالية كجزء من نشاط Kiezküche القادم. من أجل تجنب المساوئ في تخصيص المساعدات من قبل هياكل الدولة، سوف نتبرع بالمال مباشرة إلى الهلال الأحمر الكردي في روجافا (غرب كردستان). هذه المناطق ، التي تعاني من سنوات من الفقر وسياسات الحرب ، سوف يتم دعمها من خلال مساعدة المجتمع المدني المحلي. المجتمع المدني المحلي أثبت ذلك على مدى سنوات ويقدمون مساعدة فورية دون انعطافات بيروقراطية.

ندعوك لزيارة امسية Kiezküche التالية ونطلب دعمكم بالتبرعات. ستذهب جميع العائدات إلى هياكل الإغاثة في الهلال الأحمر الكردي (بدعم من Medico International).

من الساعة 6 مساءً الى الساعة 9 مساءً
شارع Afrikanische Str. 74

لقد فقد العديد من الجيران في منطقتنا العديد من أفراد الأسرة والأصدقاء. أفكارنا وتضامننا معهم في هذه الأوقات العصيبة.

عنوان التبرع : https://www.heyvasor.com/de/alikari/

باي بال (Paypal)

Erklärung zur Berlin-Wahl 2023: Mehr Krieg und noch mehr Armut?

Im Rauschen der bürgerlichen Nachrichtenportale und Social-Media-Feeds überschlägt sich seit Wochen das Geschrei nach mehr Waffen und noch mehr Krieg. Kleinere Unternehmen straucheln, die Inflation ist weiterhin sehr hoch. Gleichzeitig dient das Ausmaß zunehmender sozialer Ungleichheit in der Bundesrepublik medial zwar als Schlagzeile, wird tendenziell aber heruntergespielt. Der offene Kriegskurs und die daraus folgende weitere Verschärfung der wirtschaftlichen und sozialen Krise, soll öffentlich in ihrem direkten Zusammenhang nicht bezweifelt oder gar in Frage gestellt werden. Der Berlin-Wahlkampf steht dieser Schweigsamkeit in nichts nach.

Wir sehen uns genötigt zu einer kurzen Stellungnahme. Nicht weil wir den Kampf für Frieden, Gleicheit und (Klima-)Gerechtigkeit im Parlament per se ablehnen aber unter den aktuellen Krisenerscheinungen und der deutschen Kriegsbeteiligung diesen heuchlerischen und entfremdeten „Weiter-so-Wahlkampf“ verurteilen. Die Lösungsangebote des Berliner Senats und seiner Opposition sind unter diesen Bedingungen eine politische Bankrotterklärung.

Die aktuellen Positionen nach Gerechtigkeit („Übergewinnsteuer“, „Umverteilung“, „Rekommunalisierung“, „Klimaschutz“) und Sicherheit („Preisbremse“, „Vergesellschaftung“, „Bildungsoffensive“) lassen aufhorchen aber verkommen bei genauem Hinschauen zur Mogelpackung. Der Frust und die Wut über leere Worte sind natürlich nicht neu, nach Jahren kapitalistischer Krisenwirtschaft, HartzIV und Mietenwahnsinn umso riesiger. Für uns im Kiezhaus ist diese Erfahrung der Alltag. Ob sich die Stimmung in der zunehmenden sichtbaren Ablehnung des im öffentlichen Raum abgeladenen Wahlkampfmaterials niederschlägt, können wir nur vermuten.

Karten auf den Tisch: Es steht nicht gut um eine erfolgreiche Veränderung der Kräfteverhältnisse zu Gunsten der Armen und ausgebeuteten Mehrheit. Auf das beispielhafte politische Aussitzen der Forderungen nach mehr Lohn und Entlastung der Beschäftigten im Gesundheitswesen zur Hochphase der Pandemie, folgt nun das Abwehren gewerkschaftlicher Forderung nach einem Inflationsausgleich der Belegschaften im öffentlichen Dienst. Sparen, Sparen, Sparen für den Profit von Wenigen. Keine Partei im Senat will an diesen Zuständen momentan etwas grundlegend ändern. Gleichzeitig läuft die Kriegsmaschinerie, fordert Entbehrung im nun offenen Krieg der Bundesregierung gegen Russland und verfeuert Unsummen. Wir wünschen den streikenden Kolleg*innen einen langen Atem und eine konfliktorientierte Auseinandersetzung zur Abfederung der immensen Preissteigerungen. Letztlich das richtige Signal: Streiks statt Panzer!

Das Kiezhaus Agnes Reinhold will moralisch niemanden in Sachen Stimmabgabe ins Gewissen reden. Wir wissen auch um engagierte Einzelpersonen in den Kiezbüros der Senatsparteien. Wir plädieren aber dafür, sich in unabhängige politische Basisinitiativen einzubringen, mit uns weiter eine soziale Bewegung aufzubauen – für eine echte demokratische Interessenvertretung statt Mitmachen bei der bloßen Armutsverwaltung der Regierung. Wir plädieren dafür, den Protest gegenüber diesem Fiasko was sich Berlin-Wahl 2023 nennt, konstruktiv zu kanalisieren.

Kiezhaus-Rat, Januar 2023