Autorenlesung: „Dakhil – Inside Arabische Clans“

Am Abend des 22. Februar 2023 lädt das Kiezhaus um 19 Uhr zur einer Lesung mit den Autoren Mohamed Chahrour und Marcus Staiger zu ihrem jüngst veröffentlichten Buch „Dakhil – Inside Arabische Clans“.

Statt nur über Clans zu sprechen, wie es in den deutschsprachigen Medien üblich ist, sprechen Mohamed Chahrour und Marcus Staiger mit ihnen. In zahlreichen Interviews und persönlichen Gesprächen zeichnen sie die Flucht und Einwanderungsgeschichte der Clans in Deutschland nach und setzen diese in einen historisch-politischen Zusammenhang. Vom Nahen Osten bis ins Ruhrgebiet. Von der Levante bis nach Berlin-Neukölln. Von Flucht und Vertreibung bis hin zur leidigen Integrationsdebatte.

https://dakhil-inside.com/

Rassistische und reaktionäre Debatten um den Zusammenhang von Sicherheit, Kriminalität und die (vermeintliche) ethnische oder kulturelle Zugehörigkeit von Personengruppen, spielen in der medialen Öffentlichkeit, in staatlichen Institutionen und auch in der Bezirkspolitik im Wedding seit Jahren eine große Rolle. Zuletzt zu beobachten im Rahmen der „Diskussion“ der Vorkommnisse in der Silvesternacht 2023. Rechte und reaktionäre Kräfte in der Gesellschaft legitimieren sich regelmäßig über diese virtuellen und ordnungspolitischen Hetzjagden. Damit einher gehen rassistische Polizeikontrollen und eine alltägliche Stigmatisierung. Um von der eigenen Verantwortung für soziale Probleme abzulenken oder Unsummen für den Polizeiapparat zu rechtfertigen, dienen solche Schuldzuweisungen vor allem den Eliten als Blitzableiter. Möglicher vereinter Sozialprotest gegen Armutspolitik soll so verhindert werden.

Wir freuen uns auf einen gemeinsamen Abend im Kiez mit allen Interessierten.

Soziale Zentren sichern! Das Kiezhaus braucht unsere Spenden

Das Kiezhaus Agnes Reinhold ist im Wedding und auch für Berlin ein wichtiger Ort. Seit mehr als vier Jahren bietet er viel Raum für gelebte Solidarität und empowernde Bewegung für uns Lohnabhängige und Erwerbslose. Hier gibt es unterstützende Sozialberatung, Kiezküchen, die leckeres und gesundes Essen für kleines Geld kochen, offene Treffen von Mieter*innen, die sich für eine menschenwürdige Wohnungspolitik einbringen, Kolleg*innen, die sich in Solidaritätstreffs organisieren und für bessere Arbeitsbedingungen einstehen, offene Cafés, Workshops, Veranstaltungen und viele mehr, die eine notwendige, klare Haltung einnehmen: Mensch und Umwelt über die Profite der Reichen! 

Wohnungsnot, Aufrüstung, Krieg, explodierende Energie- und Lebensmittelkosten lassen uns individuell frustriert, häufig sogar verängstigt zurück. Doch diese Vereinzelung und Frustration überwinden wir nur zusammen. Das Kiezhaus schafft Raum für Begegnung, für Stärkung, für praktische, gemeinsame Bewegung von unten. Für soziale Gerechtigkeit und Frieden. Diese Räume braucht es somit mehr denn je. Und sie brauchen konkrete, praktische Unterstützung von unten – also von uns. 

Damit diese Räume auch zukünftig trotz Energiepreisexplosion auf einem soliden Boden stehen, sind wir gefragt, uns als Lohnabhängige unsere eigenen Räume für selbstbestimmte Politik von unten zu schaffen. Dies tut keine Partei, kein Konzern und kein reicher Erbe. Dies können wir nur selber tun. 

Als Aktive aus dem „Kiezhaus Agnes Reinhold“, die diesen Raum ehrenamtlich schön und lebendig halten, rufen wir dazu auf zu spenden und im besten Fall eine Fördermitgliedschaft einzugehen. Jeder Betrag hilft! 

Wie das geht? Ganz einfach! Eine Spende bzw. Fördermitgliedschaft mit einem Bankauftrag (oder Dauerauftrag) einrichten:

Wir sind übrigens gemeinnützig. Die Spenden können also steuerlich abgesetzt werden. Weitere Infos zu Fördermitgliedschaften findet ihr hier!

Die ersten 5 neuen Fördermitglieder erhalten jeweils eine „Historische Karte der Weddinger Arbeiter*innenbewegung“. Einfach Dauerauftrag einrichten und eine E-Mail an members(at)kiezhaus.org mit dem Betreff „Karte“ senden.

Ob im Wedding, in Lichtenberg oder anderswo auf der Welt: Sichern wir die Zukunft des Kiezhauses als soziales Zentrum mit unserer finanziellen und praktischen Unterstützung!

Ihr wollt euch selbst aktiv einbringen?

Ihr seid herzlich eingeladen, zu den Angeboten und Veranstaltungen im Kiezhaus zu kommen. Alle Termine findet ihr hier. Bei Fragen und Interesse kommt zur offenen Bürozeit, jeden Donnerstag von 11 bis 14 Uhr. Oder schreibt uns eine Mail an: info@kiezhaus.org 

Ihr möchtet den monatlichen Newsletter erhalten? 

Sendet ebenfalls einfach eine kurze Mail an: members(at)kiezhaus.org 
Die letzten Newsletter findet ihr hier!

Wir bedanken uns und freuen uns, wenn wir uns im Kiezhaus begegnen!

Elterncafé im Kiezhaus startet im November 2022

Den kommenden Sonntag startet das Elterncafé im Kiezhaus Agnes Reinhold. Auch wenn uns die milden Herbsttemperaturen noch viele schöne Tage draußen auf unseren Straßen, Plätzen und Parks bescherten, der Winter kommt. Kalt ist dann nicht nur die aktuelle politische Situation in diesem Land, auch die Temperaturen ziehen entsprechend nach.

Das regelmäßige Elterncafé am Wochenende im Kiezhaus bietet Eltern und Kinder einen Treffpunkt in unserem Stadtteil. Es gibt Essen gegen Spende darunter ein warmes Gericht, Kaffe und Kuchen sowie Tee und Kaltgetränke. Mitgebrachtes Essen ist immer gern gesehen. Ein bisschen Entspannung, Austausch und Kennenlernen abseits der kalten vier Wände liegt so nah. Daher laden wir euch ein, auch Sonntags wieder vorbeizukommen.

jd. Sonntag ab 06.11.22 von 15:00 – 18:30 Uhr

Das Kiezhaus verfügt über ein barrierearmes geräumiges Bad mit Wickeltisch. Darüber hinaus steht eine kleine Spielküche, Kinderbücher, Spiele und eine kleine Auswahl an Spielzeug (Spielteppich) zur Verfügung. Unsere Küche ist natürlich ebenfalls voll nutzbar.

Organisiert wird das Café u.a. von der Stadtteilorganisierung „Hände weg vom Wedding!“ im Rahmen der aktuellen „Preise runter!“ Proteste und Aktionen.

Historisch-politische Bildungstage „Agnes Reinhold und ihre Zeit“ (UPDATE)

Die wenig bekannte Namensgeberin für die Kiezhaus-Räume in der Afrikanischen Straße 74, Agnes Reinhold, war eine Ausnahmeerscheinung unter den proletarischen Frauen im späten 19. Jahrhundert. Stark veränderte Arbeits- und Produktionsbedingungen und deren Auswirkungen, waren Ausgangspunkte für ein erstarkendes Bewusstsein unter Arbeiter und Arbeiterinnen in den damaligen neu entstehenden Fabrikkomplexen.

Der späte Übergang vom Feudalismus in das moderne Industriezeitalter brachte auch in Deutschland eine radikale Umwälzung der Verhältnisse. Viele Menschen mussten in die neuen Metropolen wie Berlin ziehen, um dort Arbeit, Lohn und Brot zu finden. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen für proletarische Familien waren gleichzeitig katastrophal. Wegen dieser Zustände erstarkten Arbeiterzusammenschlüsse, in denen sich auch einige Frauen organisierten. Diese Zusammenschlüsse erkannten und kritisierten die frühen kapitalistischen Zustände und wollten u.a. radikale Veränderungen im Sinne der notleidenden Masse von Arbeiter:innen erkämpfen. Aktive proletarische Frauen wie Agnes Reinhold organisierten sich illegalisiert und unter ständigen Repression der damaligen preußischen Monarchie. Sie richteten sich zum „Sturz der Tyrannei” direkt an die arbeitenden Frauen dieser Zeit.

Um die Bedingungen und Vorzeichen unter denen Agnes Reinhold lebte und kämpfte besser zu verstehen, laden wir am 18. und 19. November 2022 zu historisch-politischen Bildungstagen ins Kiezhaus Agnes Reinhold. Darüber hinaus wollen wir uns die Entstehung der frühen Arbeiter*innenbewegung in Deutschland, ihre Organisationsformen und Ziele verdeutlichen um aktuelle soziale Kämpfe z.B. in Fragen der Wohnraumversorgung besser einordnen zu können. Abschließend öffnen wir den Raum für eine solidarische Reflexion einer angemessenen Praxis im neoliberalen Kapitalismus heute.


Programm und Ablauf:

Tag 1 – Fr. 18.11.2022 (Neu!)

Begrüßung und Input
Die frühe Arbeiter*innenbewegung in Deutschland
Entstehung, Akteure, Organisationsformen und Ziele.
Durchgeführt von der Stadtteilorganisierung „Hände weg vom Wedding!“.
18:00 – 21:00 Uhr

Tag 2 – Sa. 19.11.2022 (Neu!)

Input
Wer war Agnes Reinhold?
Überblick über bekannte Stationen ihres Lebens.
Durchgeführt von der Gustav Landauer Initiative
11:00 – 12:30 Uhr

Mittagessen und kleiner Kreativteil

Input und Diskussion
Krisen und soziale Kämpfe in Berlin des 21. Jahrhunderts
Reflexion über eine angemessene Praxis heute.
Durchgeführt von Mitgliedern aktiver Gruppen im „Kiezhaus Agnes Reinhold“
15:30 – 17:30 Uhr

Wir bitten vorab um eine Anmeldung da die Plätze zur Teilnahme begrenzt sind!
Schreibt einfach eine Mail oder eine Nachricht an +49 151 55811505

Tag des offenen Kiezhauses am 3. September 2022

Das Auftreten der Pandemie und deren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen haben auch das Kiezhaus Agnes Reinhold vor große Herausforderungen gestellt. Bis hier hin konnten wir das Projekt und damit die Arbeit der einzelnen Initiativen mit eurer Unterstützung, vor allem als Fördermitglieder, absichern. Die weltweite Zuspitzung kriegerischer Auseinandersetzungen und die anhaltende Krisenwirtschaft verschärft jedoch unser Leben enorm. Preissteigerungen, Energiekrise, konstant steigende Mieten stürzen viele in die Armut oder zementieren die bereits schlechten Lebensbedingungen.

Nach vier Jahren Kiezhaus sagen wir: jetzt erst Recht, unabhängige und solidarische Alternativen im Alltag aufbauen und stärken! Aus diesem Grund kommen wir auch wieder zusammen und laden euch zum bereits etablierten „Tag des offenen Kiezhauses“ am 03. September 2022 ein. Diesem Jahr unter dem Motto: „Wedding für Frieden und Solidarität!“.

Trotz Krisenalltag entwickeln wir uns beständig weiter, gewinnen Fördermitglieder, vernetzen engagierte Initiativen und bieten nun seit vier Jahren einen Raum, der für viele unserer aktiven Freund*innen und Nachbar*innen nicht mehr weg zu denken ist.

Euch erwartet folgendes Programm:

15 Uhr – Begrüßung und kurze Vorstellung
16 Uhr – Gemeinsames Essen gegen Spende (Buffet)
17 Uhr – Kleines Kulturprogramm (Ankündigung folgt)
19 Uhr – Abschluss

Wir bieten außerdem eine Kinderbetreuung mit Kinderschminken und Planschbecken. Zwischendurch wird die Moderation einzelne Akteure vorstellen und Stimmen aus dem Kiezhaus eine Bühne geben.

Bitte bechtet: Im Kiezhaus gilt die 3G+ Regel (mit Mund-Nasen-Maske).

Sommer-Sonntagsbuffet am 3. Juli 2022

Liebe Freund*innen und Nachbar*innen rund um das Kiezhaus,

zusätzlich zur Kiezküche, die euch auch im Juli (19.07.) und August (02.08.) über den Sommer begleitet, werden wir kurz vor den Ferien am Sonntag den 03. Juli zu einem Sommer-Sonntagsbuffet einladen. Bei gutem Wetter erwarten euch vor den Räumen kleine kalte Speisen gegen Spende. Ebenfalls vorhanden sind ausreichend warme, sowie kalte Getränke. Wenn es regnerisch sein sollte, findet das Buffet drinnen statt. Wenn ihr schon immer mal einen Blick ins Kiezhaus werfen wolltet, persönlich Kontakt zum Projekt sucht oder einfach nur euren Spaziergang in den Rehbergen mit einem kleinen Snack abrunden wollt, dann seid ihr hier genau richtig.

Wir finanzieren uns ausschließlich über Fördermitglieder und Spenden aus dem Kiez. Die anhaltende und sich weiter verschärfende Krise setzt gerade uns als unabhängiges und selbstfinanziertes Projekt immens zu. Wir sind daher auf eure finanzielle Unterstütztung zur langfristigen Sicherung der Räume angewiesen. Wir freuen uns wenn ihr mit eurem Besuch einen Beitrag leisten könnt.

Auch über die Ferien gilt unser aktuelles Wochenprogramm. Im Kiezhaus gilt die 3G+ Regel, das heißt geimpft, genesen oder getestet mit Mund-Nasen-Schutz.

Beginn ist 13 Uhr bis 16 Uhr vor dem Kiezhaus Agnes Reinhold

Wir freuen uns auf euch!